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Der Korvettenkapitän (1930)

Primus Palast und Titania Palast.

Eine Geschichte aus jener freundlichen Welt des Schwanks, in der blaue Jungens alleweil lustig ihre Matrosenlieder singen und kein Verlangen nach Feuer aus den Kesseln zeigen, derweil sogar der Herr Kapitän ein

Auge zudrückt, wen er den Burschen in seiner Galauniform ertappt.

Und weil der Kapitän Harry Liedtke der tolle Robert zubenannt ist, drückt er sogar beide Augen zu und so kommt es nach dem Willen des Autors Franz Rauch zu einer nicht ungewöhnlichen Verwechslungskomödie: der Herr Kapitän tauscht Kleider mit dem Matrosen und die junge Dame zieht das Tändelschürzchen der Zofe und die Zofe das Ballkleid an.

So kommt es dann weiter, wie es kommen muß zu allerhand tollen Verwicklungen. Das Publikum amüsiert sich glänzend, wenn Kampers und die Paudler als Gegenbeispiel für den alten Satz, daß Kleider Leute machen, von einem faux pas in den anderen purzeln.

Derweil das zweite Liebespaar sich unter Rudolf Walter Feins Leitung rascher findet. Wie sollten sie auch nicht, da Liedtke lustig und charmant wie immer den Herzensknicker spielt. Noch dazu in seiner ersten Sprech- und Singrolle, mit der er sich in das Herz seiner anmutigen Zofe Lia Eibenschütz und seines Publikums hineinsingen und sprechen kann, zumal Fritz Rotter ihm und seiner

Partnerin ein paar lustige Schlagertexte geliefert hat, die von B. Kaper volkstümlich vertont wurden.

Max Ehrlich spielt mit Aplomb einen italienischen Cavaliere, übersprudelnd, bramabar-barisierend, mit den kleinen Tiks und Wendungen des feurigen Südländers, der die Hindernisse der deutsche Sprak, swere Sprak mit Hundert-Kilometer-Geschwindigkeit nimmt

Frederik Fuglsang und Edouardo Lamberti tun das ihre und bringen gute Aufnahmen. Für die Bauten zeichnen Höfer, Schwidewsky und Minzloff.

Das Publikum applaudiert dem lustigen Schwank — Harrys erster Tonfilmstart findet viel Beifall.

Produktion und Verleih: Aafa.

Länge des Films: 2749 Meter (9 Akte).

Blaue Zensurkarte: Jugendfrei.

-r-

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Zu diesem Film wurde ein „Illustrierter Film-Kurier“ in der bekannten Ausführung hergestellt, der von den Theaterbesitzern beim Verlage des „Film-Kurier“ bezogen werden kann.

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